Die dritte Ausgabe der Konferenz «Gemeinsam Vielfalt leben» hat am Dienstag, 26. Juli 2011 im Internationalen Konferenzzentrum von Initiativen der Veränderung in Caux begonnen. Die Konferenz dauert bis am 31. Juli und versammelt 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa. Viele Teilnehmende sind VertreterInnen von Diasporagemeinschaften aus Sri Lanka, Somalia, Eritrea, Burundi, Afganistan, Serbien oder Bosnien-Herzegovina. Das Ziel ist, gemeinsam über Wege des multikulturellen Zusammenlebens in Europa zu diskutieren.

Jean-Pierre Méan und Anne Catherine Ménétrey-Savary: (Foto: Maha  Ashour)Jean-Pierre Méan und Anne Catherine Ménétrey-Savary: (Foto: Maha Ashour)

Die Konferenz wurde von der ehemaligen Nationalrätin Anne Catherine Ménétrey-Savary eröffnet. Während ihrer Rede prangerte sie die fremdenfeindliche und islamophobe Bewegung an, die sich laut Ménétrey-Savary durch das Misstrauen zwischen den Gemeinschaften der Migranten und den Bürgern der Gastländer erklären lasse. «Es scheint, dass Europa durch die nationalistischen und auf die Identität bezogenen Bewegungen zu einer Festung wird, aufgerichtet gegen eine drohende «Invasion» von Migranten aus dem Süden», sagte sie. «Beim vorherrschenden Diskurs könnte man meinen, dass alles, was anders ist gleichzeitig auch bedrohlich ist. Viele SchweizerInnen haben noch beängstigendere Vorstellungen, weil ihnen die Realität der Migration unbekannt ist», fuhr sie fort.

Ménétrey-Savary ermutigte die Teilnehmenden dazu , die Hoffnung nicht zu verlieren, sondern eine Vision und die Mittel zu entwickeln, eine multikulturelle und integrative Gesellschaft aufzubauen. «Ich bin überzeugt, dass eine solche Gesellschaft existieren kann, dass sie in der Schweiz sogar schon existiert. Sie ist vergleichbar mit einem unterirdischen Fluss, der sprudelt und viel Kraft hat, und der unter unseren Vorurteilen und Reden durchfliesst», sagte sie. Jean-Pierre Méan, Präsident von CAUX-Initiativen der Veränderung bestand in seiner Rede darauf, dass es notwendig sei, gegen diese Vorurteile zu kämpfen, um eine Welt ohne Hass und Angst aufzubauen: «Die gefährlichsten Vorurteile sind diejenigen, die nicht hinterfragt werden. Man muss unermüdlich gegen sie ankämpfen. Jedoch dürfen auch die persönlichen Vorurteile nicht vergessen werden. Jeder Einzelne muss sich als Teil der Veränderung verstehen, die er in der Welt haben will.» Rupan Sivaganesan ist in Sri Lanka geboren. Er kam im Alter von 16 Jahren in die Schweiz und ist heute Mitglied des Gemeinde- und Kantonsrates von Zug (Schweiz). Während seiner Rede erwähnte er das Problem der Multikulturalität in einer Gesellschaft, die auf dem Zusammenleben aufgebaut ist: "Multikulturalismus ist wie ein Mosaikbild. Jeder Stein vom Mosaik hat nur eine eigene, einzelne Farbe. Tamilen haben ihre Farbe, Türkinnen ene andere, Kosovaren wieder eine andere und Iranerinnen wiederum eine eigene Farbe. Das kann dazu führen, dass es kein Miteinander gibt, sondern nur ein Nebeneinander." Deshalb solle, laut Sivaganesan, eine Transkulturalität betrieben werden, wenn wir das Zusammenleben wirklich fördern wollen.

Workshops zu verschiedenen Themen

Während dieser Konferenzwoche haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, zwischen mehreren Weiterbildungskursen zu wählen, in denen Themen wie Religiöse Vielfalt und Anti-Diskriminierung, Diaspora und Konfliktbearbeitung, Generationenübergreifender Dialog, das Recht der Kinder auf Respekt in einer multikulturellen Gesellschaft oder Vertrauensbildung und offene Gesprächsführung behandelt werden. Dank der Diversität der Teilnehmenden wird die Konferenz dazu beitragen, Aktionsfelder zu definieren, die nötig sind, um die Integration in Europa voranzubringen.

>> Video über die Eröffnung der Konferenz

>> Weitere Informationen zu den Internationalen Konferenzen in Caux 2011