Ruth Gaby Vermot-Mangold: “Es ist kein Geheimnis, dass die Welt des Krieges eine Männerwelt ist”
Die Schweizer Feministin und ehemalige Nationalrätin Ruth-Gaby Vermot-Mangold stellte am Dienstag, 12. Juli, den Teilnehmenden des Caux Forum für Menschliche Sicherheit die Sonderausstellung “Ohne Frauen, keinen Frieden” im Konferenzzentrum von Initiativen der Veränderung in Caux vor..
Sonderausstellung 'Ohne Frauen - Keinen Frieden' (Foto: Raluka Ocean) Die Co-Präsidentin von Friedensfrauen Weltweit, der Organisation, die die Ausstellung konzipierte, sagte: “Es ist kein Geheimnis: Die Welt der Waffen, der Proliferation und Kriegsfinanzierung ist eine Welt der Männer, von Generälen, von sogenannten Kriegshelden.” Sie gab zu, dass Frauen nicht besser seien als Männer: “Sie unterstützen oft den Krieg und die Zerstörung, stellen sich hinter die Kriegshelden und denken nicht an die Konsequenzen.” Jedoch seien es vor allem Frauen, welche die “Verantwortung wahrnehmen, die vom Krieg zerstörte Gesellschaft wieder aufzubauen und sich um die traumatisierten Opfer zu kümmern”, fuhr Vermot-Mangold fort. “Solche Frauen sind die Bindeglieder in etwa 160 Konfliktzonen. Sie haben kein Millionenbudget, Friedensbudgets gibt es nicht, obwohl der Wiederaufbau und die Friedensbildung länger dauern und mehr kosten”, stellte sie fest.
Ruth-Gaby Vermot-Mangold an der Sonderausstellung “Ohne Frauen, keinen Frieden” (Foto: Raluka Ocean)Sie und andere Frauen hatten dies im Kopf, als sie die 1000 Friedensfrauen für den Friedensnobelpreis 2005 nominierten. Der Preis wurde zwar an einen Mann verliehen, jedoch führte die Nominierung zu einer Erweiterung des weltweiten Netzwerks von Frauen – und zu mehr als 1000 Sonderausstellungen wie diejenige, die momentan in Caux zu sehen ist. Als Co-Präsidentin von FriedensFrauen weltweit und durch ihre Arbeit als Abgeordnete im Europarat in vielen Konfliktgebieten hat Vermot-Mangold viele mutige Frauen kennengelernt, die in sehr schwierigen Situationen Friedensarbeit leisten. Diese Frauen besorgen Nahrung und Medikamente, suchen Vermisste, kümmern sich um Waisenkinder, entschärfen Landminen, verurteilen und dokumentieren Morde, Vergewaltigungen und Entführungen. Sie gehen auf die Strasse und organisieren Wachen und Runde Tische. Vermot-Mangold sprach heute in der CAUXexpo zu einem internationalen Publikum und am Schluss sagte sie: “Wir sind überzeugt, dass wir nicht mehr in die Anonymität zurück dürfen. Das ist unsere gemeinsame Pflicht. Friedensarbeit endet nie, sie beginnt immer und immer wieder.”
Die Ausstellung kann bis am 8. August 2011 in der CAUXexpo besucht werden. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Sonntag, von 13 Uhr 30 bis 17 Uhr 30.
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