Lavinia Sommaruga Bodeo und Maria Voce (Photo: Marcel Caduff)Lavinia Sommaruga Bodeo und Maria Voce (Photo: Marcel Caduff)

Die Präsidentin der Fokolar-Bewegung, Maria Voce, sprach heute im Konferenzzentrum von Initiativen der Veränderung in Caux. Thema ihres Vortrags, den sie anlässlich der Konferenz „Vertrauen und Integrität in der Weltwirtschaft“ hielt, war „Eine Wirtschaft in Gemeinschaft: Ein Instrument im Dienste der Menschen auf dem Weg zu einer geeinten Welt“.

Maria Voce rief auf zu einer Rückkehr zu ethischen Werten und einer Kultur des Gebens statt des Habens und Besitzens. „Um wirklich wirksam zu sein, muss diese Vertiefung der Ethik auf humanistischen und dem Evangelium beruhen, ansonsten könnte sie zu reinem Utilitarismus verkommen, verknüpft mit den Anforderungen der Wirtschaft, von technologischen Erneuerungen, Leistung und Effizienz“, warnte sie. „Es verlangt von allen ein beträchtliches Unterscheidungsvermögen um das Positive und das Negative der wirtschaftlichen Globalisierung, und vor allem seiner Herausforderungen, bewerten zu können.“ Es gebe aber eine Globalisierung, die „in die Richtung von Gottes liebevollem Plan gehe, der eine geeinte und brüderliche Menschheit möchte“.

Voce erläuterte das Konzept der “Wirtschaft in Gemeinschaft”, das von der Gründerin der Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, entwickelt worden war. Die „Wirtschaft in Gemeinschaft“ bezieht Unternehmer, Arbeiter, Manager, Konsumenten und Finanzfachleute mit ein, mit dem Ziel, eine menschliche Gesellschaft zu bilden, in der, gemäss dem Beispiel der ersten christlichen Gemeinschaft in Jerusalem, „keiner Not leiden muss“. „Es ist ein einfaches Konzept, faszinierend, extrem wirkungsvoll und – auch das kann man sagen – revolutionär“, sagte Voce. Unternehmen, die nach diesem Konzept wirtschaften, teilen ihre Profite in drei Teile auf: ein Teil geht an die Armen, ein zweiter Teil geht in die Aus- und Weiterbildung, und der dritte Teil wird in das Unternehmen reinvestiert.

Mittlerweile gebe es mehrere sogenannte „Business Parks“ solcher Unternehmen, die mit der Fokolar-Bewegung verbunden seien, in Brasilien, Argentinien, den USA, Portugal, Belgien, Frankreich und Italien. Über 200 Dissertationen seien bereits zum Konzept geschrieben worden, was diesem zu akademischer Anerkennung verholfen habe.

Jean-Pierre Méan, Präsident von CAUX-Initiativen der Veränderung hatte die zahlreichen Gäste, die extra für diesen Anlass mit Maria Voce gekommen waren, begrüsst. Lavinia Sommaruga Bodeo, die für Alliance Sud, ein Netzwerk von Schweizer Entwicklungsorganisationen, arbeitet, hatte Maria Voce vorgestellt. Am Nachmittag fand zudem ein Workshop statt mit Vertretern von Unternehmen, die nach dem Prinzip der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ arbeiten.

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