Das Erbe des Sklavenhandels überwinden

Im März 2007 wurde der 200. Jahrestag des britischen Parlamentsbeschlusses zum Verbot des Sklavenhandels begangen. 5000 Interessierte kamen am 30. März zusammen, als in Richmond im US-Bundesstaat Virginia auf dem Platz, der einst einer der grössten amerikanischen Sklavenmärkte war, eine Versöhnungsstatue enthüllt wurde.

Die vom Liverpooler Künstler Stephen Broadbent gestaltete Statue stellt zwei Menschen in enger Umarmung dar und steht nicht nur in Richmond, sondern auch in Benin und in Liverpool. Nebst den sich umarmenden Menschen gehört zum Denkmal in Richmond eine Karte des Sklavenhandelsdreiecks Benin – Richmond – Liverpool. Eine Inschrift beschreibt das Leid der entführten Afrikaner und schliesst mit dem Satz "Ihre Zwangsarbeit legte die ökonomischen Grundlagen dieser Nation". Im Sockel der Skulptur ist eine weitere Inschrift angebracht, sie wurde von Schülern aus Richmond verfasst: "Die Vergangenheit anerkennen, die Gegenwart leben, eine Zukunft der Versöhnung und der Gerechtigkeit gestalten".

Der Botschafter von Benin drückte seine Freude über die Vervollständigung des Dreiecks der Versöhnungsstatuen aus, das auch zu neuen Beziehungen zwischen den drei Orten geführt habe. Auch eine Delegation aus Liverpool nahm an der Zeremonie teil. Kim Johnson, die Integrationsbeauftragte der Stadt, übergab eine eingerahmte Kopie der 1999 formulierten Entschuldigung des Stadtrats von Liverpool für die führende Rolle der Stadt im Sklavenhandel. Im 18. Jahrhundert waren Benin wie auch Liverpool und Richmond führende Umschlagsplätze für afrikanische Sklaven. Alle drei hatten enorm vom Sklavenhandel profitiert.

Kein Abschluss, sondern ein Versprechen

Dolores McQuinn, Vizepräsidentin des Stadtrates von Richmond, erinnerte in ihrer Rede an ihren Urgrossvater, der als Sklave auf einer Plantage gearbeitet hatte und der Gouverneur des Staates Virginia, Timothy Kaine, forderte das Publikum dazu auf, diesen Tag nicht als einen Abschluss zu sehen, sondern als ein Versprechen für die Zukunft.

Zehn Jahre koordinierter Arbeit von Teams in Richmond und Liverpool und die Unterstützung durch das Programm "Hope in the Cities" von Initiativen der Veränderung, haben die Umsetzung des Projekts "Versöhnungsdreieck" ermöglicht. Durch das Projekt sind Verbindungen zwischen Studierenden in Liverpool, Benin und Richmond entstanden, die dabei helfen können, das Erbe der Sklaverei zu überwinden, nicht zuletzt auch jenes der weiterhin herrschenden Trennung nach Rassen und Klassen in den Schulen von Richmond.

Weitere Informationen

  • Programm "Hope in the Cities" von Initiativen der Veränderung
  • Mehr zum Projekt "Reconciliation Triangle"