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GESCHICHTE

Die Geschichte

Initiativen der Veränderung ging aus der so genannten Oxfordgruppe hervor, einer Bewegung, die in den zwanziger Jahren unter Studierenden der Universität Oxford entstanden war. 1938, als sich die Staaten zum Krieg rüsteten, rief der Gründer der Bewegung, Frank Buchman, zu einer "moralischen und geistigen Aufrüstung" für "eine Welt ohne Hass, Angst und Habgier" auf. Nach Ende des Krieges unterstützte unter dem Namen Moralische Aufrüstung (MRA) ein Programm des moralischen und geistigen Wiederaufbaus den Aussöhnungsprozess ehemaliger Feinde, allen voran Deutschland und Frankreich.

Heute, an der Schwelle des neuen Jahrtausends, stellt Initiativen der Veränderung ein aktives Netzwerk von Menschen verschiedenster Kulturen, Religionen und Generationen dar, die sich dem stetig notwendigen Prozess der "Erneuerung der Welt" verpflichtet haben.

Frank Buchman, der Initiator

Ein tiefgehendes geistliches Erlebnis im Jahr 1907 führt Frank N.D. Buchman, einen Pfarrer der lutherischen Kirche in Pennsylvania und Abkömmling von Schweizer Einwanderern dazu, sein Leben und seine Beziehungen zu anderen Menschen neu zu ordnen. Ihm wird der Ansteckungswert jeglicher persönlicher Veränderung bewusst, und diese Erkenntnis wird zum Sprungbrett seiner Arbeit, die in einer Art Kettenreaktion das Leben unzähliger Zeitgenossen beeinflussen wird.

Ab 1921 gewinnt er Dutzende von Oxford-Studenten für seine Ideen; der Kern der Gruppe, die er um sich geschart hat, wird - übrigens per Zufall - als Oxford-Gruppe bezeichnet. In den Dreissigern bilden sich immer grössere Gruppen, die in Skandinavien, den Niederlanden und der Schweiz zum Einsatz kommen. Ihre Überzeugungskraft und ihr Enthusiasmus bewirken überall eine geistliche Erweckung, die von den Verantwortlichen verschiedener Kirchen in mehreren Ländern bezeugt wird.
Im Jahr 1938 erlässt Frank Buchman angesichts des drohenden Krieges und der allgemeinen militärischen Aufrüstung einen Appell zur moralischen und geistigen Aufrüstung, um das begrifflich zu fassen, was er als wesentliches Bedürfnis des Menschen in jener unruhigen Zeit ansieht. Zunächst wird die Formulierung Moralische Aufrüstung für eine begrenzte Kampagne verwendet, etabliert sich aber schon bald allgemein als Synonym für die ganze Arbeit, die von Frank Buchman in Gang gesetzt worden ist.

In Deutschland kommen Buchmans Freunde unter Druck, weil die Gestapo 1939 in einem Geheimbericht "die höchste staatliche Wachsamkeit" gegen die Oxfordgruppen-Bewegung fordert. Während des 2. Weltkrieges werden eine Reihe von Mitarbeitern Buchmans in den Streitkräften der Alliierten für hervorragenden Einsatz ausgezeichnet oder kämpfen im Widerstand in den (von den Nazis) besetzten Ländern Europas. Nach Kriegsende werden viele von ihnen vollzeitliche Mitarbeiter der Moralischen Aufrüstung in aller Welt.

Die englische Buchman-Biografie online

Lebensdaten von Frank Buchman:

1878 am 4. Juni in Pennsburg geboren, als Sohn von Franklin Buchman und Sarah, geb. Greenwalt.
1886-99 Schulbesuch im Perkiomen Seminar und im Muhlenberg College.
1899-02 Theologiestudium am lutherischen Seminar in Mount Airy, Philadelphia.
1902 Erste Gemeinde in Overbrook, einem Armenviertel von Philadelphia.
1903 Europa-Reise mit Besuchen in Bethel bei Friedrich von Bodelschwingh und verschiedenen Hospizen der Inneren Mission.
1904-07 Gründung des ersten Hospizes in Philadelphia. Konflikt mit der Verwaltung. Buchman entlassen.
1908 Entscheidendes Erlebnis in der Kapelle von Keswick (England).
1909-15 Verantwortlich für christliche Studentenarbeit an der Universität Penn State.
1915-18 Besuche in Indien und China auf Einladung von John R. Mott. Erste Kontakte mit Mahatma Gandhi und mit führenden Persönlichkeiten Chinas. Konferenzen in Kuling und Peltaiho.
1919-22 Dozent an der theologischen Fakultät von Hartford. Ausweitung seiner Arbeit auf die Universitäten von Princeton und Yale, Oxford und Cambridge.
1922 Buchman gibt seine Stellung in Hartford auf, um sich für seine eigentliche Aufgabe freizuhalten.
1924-25 Erste Reise mit verpflichteten Studenten in Europa, dem Mittleren Osten, Indien, China und Australien. Tod von Buchmans Mutter.
1926-28 Arbeit und Kontroverse in Princeton.
1928 Reise von Oxford-Studenten nach Südafrika; dort werden sie zum ersten Mal "Oxfordgruppe" genannt.
1930 Buchman wird in Peru und Argentinien mit Kommunismus und Wirtschaftskrise konfrontiert.
1930-37 Aufbau der Hauspartys in Oxford. Gründung von Alcoholics Anonymous durch zwei amerikanische Mitarbeiter. Mehrere Besuche in Deutschland. Entwicklung der Arbeit im Völkerbund, in der Schweiz und in Skandinavien.
1938 Buchman in Freudenstadt. Der Gedanke einer "geistigen und moralischen Aufrüstung" wird formuliert und in Londons Arbeiterviertel East Ham verkündet.
1939-42 Buchman in Amerika, Kampagnen in der Industrie. In Deutschland wachsende Schwierigkeiten für die Oxfordgruppe, und 1942 Verbot aller Aktivitäten.
1942 Schlaganfall in Saratoga Springs; Gründung des Konferenzzentrums auf der Insel Mackinac.
1945-46 Rückkehr nach Europa. Erste Weltkonferenz in Caux (Schweiz).
1947-49 Großer Einsatz in Deutschland mit Theaterstücken. "Der Vergessene Faktor" im Ruhrgebiet. Konrad Adenauer und Robert Schuman in Caux.
1952-53 Buchman mit 200 Mitarbeitern in Sri Lanka, Indien und Pakistan.
1953-56 Buchman in Marokko. Er empfängt in Caux die erste bedeutende japanische Delegation nach dem Krieg; Afrikas Film "Freiheit"; Auseinandersetzung und Dialog mit den Kirchen.
1956-57 Buchman in Australien und Neuseeland, Rückkehr nach Europa mit Besuchen in Japan, den Philippinen, Taiwan, Thailand und Burma.
1958-60 Mackinac und Tucson, Arizona.
1961 Letzte Reise nach Europa. Gespräche in Rom. Letzte Rede "Die Tapferen entscheiden" am 4. Juni. Tod in Freudenstadt am 7. August.