DIE IDEE
FAMILIEN UND EINZELNEN HELFEN

Die Familie steht unter mancherlei Druck - sowohl von innen als auch von aussen. Familienleben kann Spass machen. Sogar sehr! Es kann ebenfalls schwierig sein, oft auch unerträglich.

In der heutigen Welt spielt Kommunikation, einander Zuhören das Sorgen für die Mitmenschen, Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen eine grosse Rolle. Dies alles läßt sich am besten zu Hause während der Kindheit lernen. Im engen Zusammenleben der Familie können wir lernen, Konflikte zu lösen, Versöhnung herbeizuführen, zu vergeben und sich vergeben zu lassen. Viele Menschen haben ausgezeichnete Theorien von dem was in der Welt geschehen sollte. Im Umgang mit unseren Allernächsten können wir diese Theorien umsetzen.

Erlebnisberichte

"Vor zwei Jahren starb einer meiner besten Freunde. Meine Frau und ich schätzten die Gesellschaft meines Vaters, während wir ihn in seinen letzten Lebensjahren betreuten.

Ich stand ihm nicht immer nahe. Als Kind fürchtete ich seinen Jähzorn. In meiner Jugend verwandelte sich diese Furcht in tiefen Haß. Wir konnten nicht miteinander reden oder arbeiten. Gelegentlich artete die verbale Gewalt auch in Tätlichkeiten aus.

An einem Heiligabend arbeitete ich im 'Drop-in" Zentrum. Mein Vater war zornig, dass ich nicht zu Hause war und rief mich an: 'Wenn du nicht heimkommst, töte ich deine Mutter'. Als ich nach Hause kam, hielt er ein Messer in der Hand und hatte bereits begonnen, die Möbel zu zerschlagen. Unsere Streitigkeiten wurden schlimmer.

Nach meiner Heirat litt meine Frau unter meinen Gewaltausbrüchen. Eines Tages, als ich sie geschlagen hatte, dachte ich: 'Was geht in mir vor? Ich habe mich nicht unter Kontrolle.' Meine Frau sagte: 'Wenn wir einmal Kinder haben und Du verhältst Dich so, was wir aus ihnen werden?'

Dies erschütterte mich. Ich bat Gott, sein Licht auf mich zu richten. Es hatte immer eine Geheimniskrämerei um meinen Großvater gegeben. Plötzlich ging mir auf, daß mein Vater ihn wohl gar nicht gekannt hatte. Dies mußte seine Kindheit sehr belastet haben, denn damals wurde auf Alleinerziehende mit dem Finger gezeigt. Ich dachte: 'Und wenn dein Vater noch so im Unrecht war, du hast nie versucht, ihm zu helfen.'

Ich schrieb einen Brief und bat ihn um Vergebung. Etwas später sagte er ganz unvermittelt: 'Ich habe dir nie von meinem Vater erzählt, nicht wahr?' Er erzählte zum ersten Mal in seinem Leben die ganze Geschichte.
Ich war 29, als unsere bisher unbekannte Vater-Sohn Beziehung ihren Anfang nahm, und unser Jähzorn begann sich zu legen."

"Unser Jüngster war 13, als er in der Schule mit Drogen in Kontakt kam. Er probierte sie aus und geriet tiefer und tiefer in die Drogenszene mit all ihren Folgen.

Jeder, der etwas Ähnliches erlebt hat, weiß, wie es ist, wenn das eigene Kind lügt und stiehlt, um Geld für Drogen zu bekommen, wenn die Polizei kommt und das Haus durchsucht, wenn man seinen Sohn im Gefängnis besuchen muß...

Als Steffen schließlich entlassen wurde, war er drogenfrei und trat eine Stelle in einer der Fabriken meines Mannes an. Er heiratete, seine Frau Elke wurde schwanger. und alles sah hoffnungsvoll und glücklich aus.

Eines Morgens rief mich eine Frau an und eröffnete mir, ihre Tochter habe Aids, und sie und Steffen hätten jeweils dieselbe Spritze benutzt. Er und Elke wurden untersucht. Beide waren HIV-Positiv.

Dieses Todesurteil erschütterte die ganze Familie. Wir konnten nur das junge, hoffnungslose Paar einladen, bei uns zu wohnen, um für sie zu sorgen. Inmitten der Tragödie waren wir glücklich und dankbar, daß unser Enkel gesund zur Welt kam. Wir sehen ihn als ein Geschenk Gottes.

Unser Sohn starb bei einem Autounfall. Es war ein schreckliches Ende, aber zugleich eine Erlösung nach einer langen, schmerzlichen Zeit. Sechs Jahre später erkrankte Elke. Ihre Mutter und ich pflegten sie. Oft betete ich mit ihr. Sie starb in der Gewissheit, daß Jesus ihr ihre Sünden vergeben hatte.

Ich möchte an alle Eltern appellieren: Geben Sie Ihre Kinder niemals auf. Halten Sie ihnen Herz und Haus offen, was auch immer geschieht. Versuchen Sie, mehr mit Gott über Ihre Kinder zu sprechen als mit ihnen über Gott, und freuen Sie sich an der Zeit, die Sie gemeinsam verbringen können."